Abgerundetes Rechteck: Aktuelles
 

 

 


 


"Steinkauzaktion" der Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e.V.

Junge Steinkäuze


Mehr als schlecht sah es für den amselgroßen Steinkauz aus als im Jahr 1988 von Herbert Keil eine Arbeitsgemeinschaft zum Schutz des kleinsten Eulenvogels Württembergs gegründet wurde. Gerade mal 8 Brutpaare auf der damals wie heute ca. 690 qkm großen Kontrollfläche im Großraum Ludwigsburg konnten nachgewiesen werden. Davon nutzten 7 Brutpaare die insgesamt 39 künstlichen Nisthilfen die damals in Streuobst- beständen montiert wurden. Etwa 24 Jungvögel gingen daraus hervor.

Nach gut 30 Jahre oft mühevoller Forschungsarbeit, wofür Projektleiter Herbert Keil vergangenes Jahr das Bundes-verdienstkreuz erhielt, ist ein über die Landesgrenzen hinaus anerkanntes, erfolgreiches Schutzprojekt entstanden. Durch Erfassung zahlreicher brut- biologischer Daten konnte die Bestandsentwicklung über diesen Zeitraum dokumentiert werden. Filmaufnahmen einer Steinkauzfamilie in einer präparierten Brutröhre sowie eine Telemetriestudie lieferten interessante Einblicke über die Lebensweise des Steinkauzes. Denn auch hier gilt der Leitsatz „nur was man kennt kann man wirkungsvoll schützen“.

Das Jahr 2019 war für die Aktiven der FOGE (Forschungs-gemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e.V. ) wie sie heute heißt besonders erfolgreich. Inzwischen ist die Kontroll-fläche mit 758 Brutröhren bestückt. Es konnten insgesamt 309 Brutpaare ermittelt werden. Wovon insgesamt 291 Bruten hervorgingen. 286 davon in künstlichen Nisthilfen was deren Bedeutung unterstreicht. Lediglich 3 Bruten fanden in Baum-höhlen statt. Dies zeigt deutlich wie knapp die natürlichen Lebensräume inzwischen geworden sind. Sogar die Anzahl der Eier ist bekannt nämlich 1204 Stück. Daraus sind ca.985 Jungkäuze geschlüpft. Tatsächlich ausgeflogen sind etwa 785 wovon 766 beringt werden konnten.

Aktive der FOGE mit den fertiggestellten Steinkauzröhren.


Natürlich müssen immer wieder Steinkauzröhren ersetzt werden. Daher wurden nun vergangenen Samstag weitere 121 Brut-röhren in der Schreinerwerkstatt von Lothar Grau in Sersheim fertiggestellt. Eine wochenlange Vorbereitung mit unzähligen Arbeitsstunden waren dafür nötig. Tausende verschieden große Bohrungen für Einflug, Kontrolle, Belüftung und Entnahme zur Beringung mußten gebohrt werden. Die Röhren sind mit einem Marderschutz ausgestattet und werden ständig verbessert um es den Hauptfeinden der Käuze wie Mäusebussard und Marder nicht zu leicht zu machen. Die Röhren werden an stabilen waagrechten Ästen meist von Apfelbäumen mit dem Einflug an der Stammseite montiert. Vom Baum gefallene Jungkäuze können so den Stamm heraufklettern und in ihre Brutröhre zurückkehren. Unser ganz besonderer Dank dabei gebührt den Grundstücksbesitzern die meist großes Verständnis zeigen. Leider ist es nicht möglich die Grundstückseigentümer ausfindig zu machen. Die Röhren sind mit einem Hinweisschild mit der Foge Adresse ausgestattet. Viele Tier-und Pflanzenarten, wie auch der Steinkauz, sind auf naturnahe Hochstamm Streuobst-bestände angewiesen. Deren Bestand aber ist seit den 50 iger Jahren von ca. 1,5 Millionen Hektar auf ca.300 000 Hektar geschrumpft. Der größte Teil der Streuobstbestände in Deutschland liegt in Baden-Württemberg. Wenn es uns nicht gelingen sollte den Niedergang dieses artenreichen Lebens-raumes mit wirksamen Schutzmaßnahmen zu stoppen werden weitere heimische Tier-und Pflanzenarten wohl alsbald der Vergangenheit angehören.

Bericht Lothar Grau


NABU Fahrradtour 2019 - Neuer Termin


Liebe NABU-Mitglieder!

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir für unsere diesjährige Fahrradtour einen neuen Termin gefunden haben:

      Sonntag, den 16.06.2019 um 9.00 Uhr

Die Abfahrtzeit ab dem Parkdeck "Köpfwiesen" an der Mühlstraße in Vaihingen/Enz hat sich gegenüber der ursprünglichen Planung von 8.00 Uhr auf 9.00 Uhr geändert - somit haben auch die Langschläfer eine Chance dabei zu sein:)

Wir wünschen allen eine schöne Fahrradtour mit hoffentlich gutem Wetter!


Das Haus zur „Wilden Biene“ am NABU Häusle in Horrheim

Unsere Aktiven - fleißig wie die Bienen


Insektensterben - Ein derzeit topaktuelles Thema in aller Munde, so auch beim NABU Vaihingen. Das Interesse an Möglichkeiten dem Sterben Herr zu werden, zeigen die zahlreichen Anfragen, die bei uns zum Thema Wildbienen in letzter Zeit eingegangen sind.

Sehr gerne möchten wir alle interessierten Naturfreunde über alles Wissenswerte an Theorie und Praxis rund um die Wildbienen und deren Fördermöglichkeiten informieren. Dazu wurde am vorletzten Samstag durch einige Aktive des NABU Vaihingen der erste Schritt eines umfangreiches Wildbienen-Infoprojekt am frisch renovierten NABU Häusle in der Maulbronner Straße umgesetzt: Wir zimmerten dort ein großes, fachgerecht ausgestattetes Wildbienenhotel, das von einem mit Akazienstämmen umgrenzten Sand- und Kiesbett umgeben ist. Im nächsten Schritt sollen Infotafeln zum Thema Wildbienen ergänzt werden.

Diese Informationsquelle ist offenbar bitter nötig. Denn, egal ob aus Unwissenheit der Bevölkerung oder der Profitgier von Insektenhotel-Anbietern heraus, gut gemeinte Hilfsaktionen für unsere heimischen Wildbienen zielen oft an den natürlichen Bedürfnissen der Tiere vorbei.

In Deutschland sind rund 560 Wildbienenarten bekannt. Diese gehören wie auch die Staaten-bildende Honigbiene innerhalb der Insektenordnung der Hautflügler, der Familie der Bienen an. Wildbienen hingegen sind meist Einzelgänger und leben solitär. Nur Hummeln und einige Arten der Furchenbiene besitzen eine soziale Lebensweise. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam - sie lieben es warm und trocken.

Wildbienen sind was ihre Gestalt, Größe und Aussehen angeht vielfältig. Es gibt sie in Färbungen von Rot, Braun, Orange und Geld, bis hin zu Weiß. So werden sie auch schnell mal mit Schwebfliegen oder Wespen verwechselt. Die meisten Wildbienenarten, insbesondere die nestbauenden Arten, sind dicht behaart, einige Arten aber auch fast nackt.

Wildbienen haben eine kurze Lebenszeit von nur etwa vier bis acht Wochen - bleibt also wenig Zeit sich fortzupflanzen. Bei den Solitärbienen schlüpfen zuerst die Männchen. Nach der Begattung der Weibchen beginnt diese sofort alleine mit dem Bau von 4 bis 30 Brutzellen, in die je ein Ei ablegt wird. Jede Brutzelle wird dann mit einem Pollenvorrat ausgestattet den die heranwachsende Larve benötigt. Danach werden die Kammern mit zerkauten Pflanzenteilen, Lehm, Sand, kleinen Steinchen oder Baumharz verschlossen. Nach dem Schlüpfen beginnt der Kreisauf von neuem.

Rund ein Viertel aller Wildbienen betreibt derweil überhaupt keine Brutpflege. Sie werden auch als Kuckucksbienen bezeichnet. Stattdessen schleicht sich das Parasitenweibchen in fremde Wildbienennester ein und legt dort ihre Eier ab. Die Kuckucksbienenlarve ernährt sich vom Pollenvorrat der Wirtsbiene und schlüpft später anstelle der Wirtsbienen-Nachkömmlinge, die bis dahin verhungert sind.

Rund 75 % aller Wildbienenarten leben im Erdboden, sei es in Mäuselöchern oder selbstgebauten Röhren. Wärmespeichernde, magere, sandige nur lückenhaft bewachsen Bodenstrukturen werden bevorzugt. In unserem für diese Arten in Vaihingen angelegten Bodenbeet verwendeten wir ein Gemisch aus Rheinsand und Kies mit 16 bis 32mm Körnung und Lehm, um die nötige Konsistenz, also de facto Stabilität zu erreichen. Reiner, sog. „gewaschener“ Sand ist dazu ungeeignet.

Weitere, wichtige Lebensräume bilden Hohlräume in weißfaulem Holz und Pflanzenstängeln. Bestes Vorbild aus der Natur ist mit Käferfraßgängen durchzogenes Totholz, das von vielen Wildbienenarten genutzt wird. Allein 1400 Käferarten Mitteleuropas leben ebenfalls im Totholz. Im heimischen Insektenhotel kann dieser Lebensraum durch Hartholzklötze, am besten aus Esche, ersetzt werden. Die Klötze dazu mit Bohrungen von 3 bis 9 mm Durchmesser versehen, im Abstand von mind. 2 cm untereinander. Hierzu sollte nur ins Längs-, nicht ins Stirnholz gebohrt werden, um Risse zu vermeiden. Bohrer mit Überlänge eignen sich dafür am besten. Bohrmehl darf dabei genauso wenig zurückbleiben, wie Splitter und Fasern, die Einflüge versperren. Wildbienen könnten sich andernfalls verletzen, wenn sie im Brusthaar haftende Pollen für die Larven im Bohrloch abstreifen, da sie dazu rückwärts einfliegen.

Ebenfalls geeignet für Bienenhotels sind Strangfalzziegel, die in der Länge getrennt werden können. Auch hier gilt es auf saubere Einflüge zu achten. Weitere Möglichkeiten sind hohle, mind. 10 cm lange Bambusstücke und Halme von Schilfmatten. Die Halme dürfen dazu nicht gesplittert sein.

Alle Bohrungen bzw. hohle Stängel müssen an einem Ende geschlossen sein. Konservenbüchsen können in diesem Zusammenhang als Abschluss verwendet werden. Die Löcher in Ziegelsteinen sind hingegen viel zu groß und höchstens zum Einstecken von Bambus- oder Schilfhalmen geeignet. Ebenfalls ungeeignet sind Ytongsteine, da sie Feuchtigkeit ziehen, was dazu führt, dass die Insektenbruten verpilzen und sterben.

Was zudem vermieden werden sollte ist das Anbringen von Nisthilfen für Marienkäfer. Diese sind zwar in der Nähe von Pflanzen mit Blattlausbefall nützlich, doch nicht im oder am Bienenhotel. Schließlich leben Marienkäfer räuberisch und gefährden so potenziell die Bruten. Ebenfalls bedenklich ist die Ansiedlung von Hummelnestern in der Nähe eines Bienenhotels.

Zwar nicht als schädlich für die Wildbienen, jedoch als tatsächlich wirkungslos gelten Einflüge für Schmetterlinge und Florfliegen im Hotel. Nutzlos ist auch die Einlage von Tannenzapfen, gepresstes Stroh oder Heu.

Manche, wenige Wildbienenarten nagen sich eigene Brutröhren in geeignete, markhaltige Stängel. Hierzu können mehrere etwa 100 cm lange Brombeerstängel senkrecht an einem waagrechten Draht oder Gitter befestigt werden. Sie sollten dabei nicht auf dem Boden aufstehen. Gleichsam werden die markhaltigen Stängel nicht genutzt, wenn sie einfach waagrecht ins Insektenhotel eingelegt werden.

Insektenanlagen sollten immer in sonniger, windgeschützter Lage fest und nicht schaukelnd montiert sein. Selbst beim Dach sollte darauf geachtet werden, dass auch dieses nicht zu sehr beschattet wird. Doch bei aller Euphorie - selbst das beste Wildbienenhotel ist kein Ersatz für eine intakte Natur. Mit den Hotels können leider bei weitem nicht alle Arten erreicht werden. Von größter Bedeutung für Wildbienen und auch Schmetterlinge ist vielmehr ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen - über die gesamte Insektensaison hinweg. Wildbienen sind schließlich Feinschmecker. Rund 30 % aller nestbauenden Arten sind bei der Versorgung ihres Nachwuchses auf Pollen ganz bestimmter Pflanzenfamilien, -gattungen und sogar -arten angewiesen. Sie gelten daher als Pflanzenspezialisten.

Der dramatische Rückgang der Insektenmasse ist weitläufig bekannt und wirkt sich auch auf viele andere, gefährdete Tier- und Pflanzenarten aus. Die Lebensräume dieser Geschöpfe fallen Bebauung und Flächenversiegelung zum Opfer. Die intensive Landwirtschaft und der oft gedankenlose Umgang mit Umweltgiften tut sein Übriges. Wenn wie also nicht schleunigst etwas ändern, gehen unsere wichtigsten Pflanzenbestäube verloren und mit ihnen die Welt, wie wir sie kennen.

Bericht Lothar Grau


NABU Ausflug zu den Saalbachniederungen am 05. Mai 2019


Liebe NABU-Mitglieder!

Wir möchten erinnern an den NABU Ausflug zu den Saalbachniederungen mit natur-und vogelkundlicher Führung durch die NABU OG Hambrücken.

Wann:    Sonntag, 05.05.2019 - 07.00 Uhr
Treffpunkt: Parkhaus Köpfwiesen Vaihingen/Enz
Info:    Es werden Fahrgemeinschaften gebildet.

Zusätzlich ist geplant, dass wir nach der Führung in der "Sportgaststätte Hambrücken" einkehren.

Bei Teilnahme, dringliche Bitte um Anmeldung bis
Freitag 26.04.2019 bei Lothar Grau:

            Tel.07042/33277
               oder
         E-mail: lothargrau@gmx.de

Wir wünschen allen einen schönen Ausflug!


Bienenhotels - aber richtig!

Bild: A.Teichmann / www.naturgucker.de


Ohne Bienen wäre die Welt für Mensch und Tier eine andere. Denn fehlt es an Bienen, werden Blüten nicht bestäubt und die Ernte beleibt aus.
Helfen können nicht nur bienenfreundliche Gehölze und Stauden im Garten, um den Bienen Nahrung zu bieten. Auch mit Insektenhotels, ist den Bienen gedient, die darin eine Übernachtungs- und Überwinterungsmöglichkeit finden.

Doch gut gemeint heißt nicht immer auch gut gemacht. Im Zuge der Gestaltung des Wildbienenhauses am NABU-Häusle in Horrheim, informiert Lothar Grau daher am kommenden Samstag über den artgerechten und förderlichen Umgang mit Wildbienen.

Wann: Samstag, 13.04.2019 - ab 9.00 Uhr
Wo: NABU-Häusle - in der Maulbronner Straße in Horrheim

Hinweis: Bei Regenwetter verschiebt sich der Termin um eine Woche. Kommen Sie in jedem Fall gerne vorbei!