Abgerundetes Rechteck: Aktuelles
 

 

 


 


Hinweis zum Jahresprogramm


Liebe NABU-Freunde!

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch COVID-19 (Coronavirus) entfallen bis auf weiteres alle im Jahresprogramm geplanten Veranstaltungen.

Sollte sich bezüglich der aktuellen Lage etwas ändern, werden wir Sie unverzüglich informieren.

Bleiben Sie gesund!

Ihr NABU Team Vaihingen/Enz


Beringung der Horrheimer Jungstörche
am Samstag, 30. Mai 2020

Vom Horrheimer Kirchturm aus blickte Lothar Grau montags, am 1. Mai diesen Jahres mit großer Vorfreude erstmals direkt ins Storchennest auf dem Mobilfunkmasten am Sportplatz. Dort hatte sich unser Storchenpaar 2017 ein neues Nest gebaut. Zuvor hatten Nilgänse sie aus ihrem angestammten Horst in Wiesental vertrieben, den sie 2014 erstmals bezogen hatten. Drei etwa zwei Wochen alte agile Jungstörche konnte der Vorsitzende der NABU OG Vaihingen/Enz mit dem Fernrohr beobachten.


Storchennest auf dem Mobilfunkmasten am Sportplatz


Nachdem die Temperatur von Montag auf Dienstag nach starkem Regen Mitte Mai in den Minusbereich sank, war das Schlimmste zu befürchten. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir durch eine Schlechtwetterphase beide Jung-störche verloren. Bei einer Folgekontrolle, am Dienstag und Donnerstag, konnte man erleichtert feststellen, dass zwei Jungstörche überlebt hatten. Schließlich reagieren Jungvögel gerade im Alter von etwa vier Wochen besonders empfindlich auf Regen und Kälte. Ihr noch nicht wasser-abweisendes Gefieder saugt sich schnell mit Wasser voll. So unterkühlen sie in kürzester Zeit, da sie auf Grund ihrer inzwischen stattlichen Größe auch kaum mehr schützenden Platz unter den Altvögeln finden.

Dank der abermals großzügigen Unterstützung der Feuerwehr Vaihingen, die mit ihrer neuen Drehleiter anrückten, wurden nun am vergangenen Samstag beide Jungstörche durch die Storchenexpertin Ute Reinhard beringt, vermessen und gewogen.

Sehr zur Freude einiger Zuschauer, konnte ein Jungstorch, der sich dabei erstaunlich ruhig verhielt, am Boden aus nächster Nähe bewundert werden. Beide Tiere brachten erfreuliche 3.350 Gramm auf die Waage. Ein zu hohes Gewicht, würde sich z.B. beim Fliegenlernen, negativ auswirken. Auch deshalb ist eine Zufütterung, wie von manchem Tierfreund gefordert, verboten. Überhaupt sollte man es tunlichst unterlassen aus vermeintlicher Tierliebe, in die Natur einzugreifen, so Ute Reinhard.


Beringung, Vermessung und Wiegen durch Ute Reinhard


Die Ringnummern A8T 82 bzw. 83 werden u.a. von der Vogelwarte Radolfzell gespeichert und zu Forschungszwecken verwendet. Getreu dem Motto „nur was man kennt, kann man wirkungsvoll schützen“! Bislang gab es in Horrheim seit 2014 sieben Storchenbruten aus denen insgesamt 17 Jung-störche hervorgingen. Davon haben 12 Jungtiere überlebt und sind beringt ausgeflogen. Meldungen belegen, dass bereits mindestens zwei, ehemals aus Horrheim stammende Tiere, zu uns zurückgekehrt sind. Diese ist eine der Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit. Nun wünschen sich die Akteure des NABU Vaihingen für dieses Jahr nur noch, dass sich Familie Adebar auch auf dem neu erstellten Storchenmast im Wiesental niederlassen möge.



Hallo, NABU-Teich!


Liebe NABU-Freunde!

Eine Gruppe an tüchtigen Mitgliedern hat sich am 16.05.2020 zusammen-gefunden und den NABU-Teich fertiggestellt und geflutet!

Ein paar Impressionen:


Aller Anfang ist schwer:)


Das Wasser fließt!


Unsere Aktiven - fleißig wie immer


Herrlich!


Die ersten Besucher waren auch schon da:)


Der letzte Feinschliff


Geschafft!


Idyllisch!



Ein Bericht aus der Vaihinger Kreiszeitung
zum
NABU Weidehopf Projekt


Bild: NABU Christopf Bosch / Wiedehopf

„Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut ein Blumentopf“. So lautet ein altes Volkslied, das früher jedes Kind kannte. Ja, früher war der starengroße Zugvogel mit seinem hell orangebräunlichem Gefieder, den kontrastreich schwarz weiß quergebänderten Schwingen und Schwanz und seiner fast exotisch anmutenden, aufstellbaren langen Haube mit den schwarzen Spitzen, noch weit verbreitet. Doch wie bei vielen anderen Arten auch, gehen die Bestandszahlen des Wiedehopfes stetig zurück. Nach Wiederansiedlungserfolgen am Kaiserstuhl haben sich der „Heimatverein Backhäusle“ aus Roßwag und die NABU OG Vaihingen/Enz entschlossen, ein Schutzprogramm für diesen farbenfrohen Vogel zu starten. Der Anfang ist gemacht. Unter Berücksichtigung der bestehenden Corona Richtlinien wurden von NABU Aktiven bereits 20 spezielle Brutkästen aus Holz angefertigt.

Die Brutkästen für den Weidehopf sind 50x25x35 cm groß und haben eine Kontrolltür mit einem 50 mm großen, oben seitlich angeordneten Einflugloch. Als Wetterschutz sind sie mit einem Ziegeldach ausgestattet. Zumindest innen müssen sie dunkel eingelassen sein. Der Boden wird mit einer 5 cm Schicht aus Rindenmulch ausgepolstert. Die Unterkante des Einfluges sollte darüber hinaus nur 50 cm vom Erdboden entfernt sein. Der Wiedehopf nimmt solch niederen Brutplätze dankend an, während seine Höhlenkonkurrenten, wie der Star, diese meiden. Im Zuge des Baus der Trockenmauer im Roßwager Weinberg, wurden bereits 2 Brutkästen in die Mauer mit eingebaut. Weitere werden folgen. Überraschend schnelle Besiedlungserfolge in Trockenmauern in alten Weinbergen im französischen Elsass dienen als Vorbild.


Brutkasten für den Weidehopf


Der Wiedehopf kehrt im März aus seinem Winterquartier, der westafrikanischen Sahelzone, zurück. Ein charakteristisches Merkmal dieses Vogels ist sein wellenförmiger, schmetterlingsartiger Flug. Weiteres Indiz seiner Anwesenheit ist sein dreisilbiger Balzruf „pu, pu, pu“. Als wärmeliebende Art besiedelt er halboffene, reich strukturierte Kulturlandschaften. Dazu gehören mit Hecken, lockeren Baumbeständen und Trockenmauern bestückte Weinbergregionen. sowie Weiden, Streuobstwiesen, Parkanlagen und gelegentlich auch Obstgärten. Mit seinem langen gebogenen Schnabel sucht er meist am Boden u.a. nach Großinsekten, Larven, Regenwürmern. Vegetationsarme, nur lückenhaft bewachsene und kurzgehaltene Bodenflächen, wie sie in Weinbergen vorkommen, sind dabei wichtig, da sie die Nahrungssuche erheblich erleichtern.

Zum Brüten nutzt der Wiedehopf Baumhöhlen oder Nischen in Trockenmauern und alten Gebäuden. Das Gelege umfasst 6 bis 10 auffällig langovale blau-bis grünlich-graue Eier, die im Abstand von einem Tag gelegt und jeweils ca. 16 Tage bebrütet werden. Gegen Fressfeinde wie Marder oder Katzen setzen sich die Jungvögel des Wiedehopfs mit einem unangenehm riechenden Bürzelsekret erfolgreich zur Wehr. Nach 25 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber noch einige Tage gefüttert. Auch Zweitbruten sind bis Mitte Juli möglich. Im September tritt der Wiedehopf dann die lange Rückreise nach Afrika oder vereinzelt nur bis in den Mittelmeerraum an.

Möchten Sie selbst dazu beitragen, dass sich der Weidehopf in unserer Region weiterhin wohlfühlt und hier fortbesteht?

Dann platzieren Sie entspr. Brutkästen an nicht allzu belebten Weinberg-häuschen oder Holzschuppen am Weinberg, auf Streuobstwiesen und Weiden o.ä. Halten Sie dabei einen Mindestabstand von 200 m zu menschlichen Siedlungen und dem Wald ein.
Bei Fragen steht Ihnen der NABU Vaihingen/Enz unter Tel.07042/33277 oder per Mail unter vorstand@nabu-vaihingen.de gerne zur Verfügung.


Gruppenbild NABU Vaihingen Enz



Naturschutzarbeiten am NABU Häusle in Horrheim


Liebe NABU-Freunde!

Auch dieses Jahr fanden wieder Naturschutzarbeiten auf dem NABU Grundstück in Horrheim statt.

Eine Gruppe an tüchtigen Mitgliedern hat sich am 22.02.2020 zusammen-gefunden und das Gelände samt NABU Häusle wieder auf Vordermann gebracht.

Ein paar Impressionen:


Pflege am NABU Häusle


Unsere Aktiven - fleißig wie immer


Produktiv, wie eh und je


Die wohlverdiente Belohnung


Idyllisch!



Umfangreiches Arbeitsprogramm des NABU
im letzten Jahr


- ein Bericht aus der Vaihinger Kreiszeitung -

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der NABU Ortsgruppe Vaihingen konnte der Vorsitzende Lothar Grau nicht nur über einen großen Mitgliederzuwachs, sondern auch über umfangreiche Aktivitäten aus dem letzten Jahr berichten. So waren dank einer Werbeaktion des Landes-verbandes 2019 aus rund 330 über 550 Mitglieder geworden. Von denen brachten sich laut Lothar Grau dann auch mehr in die vielfältigen Arbeiten ein als in den Jahren davor. Durchgeführt wurden gemeinsam die Renovierung des NABU-Häusles in Horrheim (Dach, Wände, Außenanlagen mussten erneuert werden.), die Herstellung aller möglichen Tierunterkünfte in der Werkstatt (Steinkauzröhren, Nistkästen, Insektenhotels, Futterhäuschen gingen weg wie „warme Semmeln“.), eine Radtour nach Bietigheim, der Apfeltag in Ensingen, die Annahme von Streuobst (Für das Streuobst-apfelschorle von Ensinger kamen aber nur rund 23 Tonnen zusammen gegenüber 180 im Jahr zuvor.) und die Teilnahme am Ensinger Weihnachts-markt. Eine traurige Nachricht hatte der Vorsitzende aber doch, denn wegen lang anhaltenden Regenwetters waren 2019 beide Jungstörche in Horrheim umgekommen. Nichts desto weniger konnte „unser“ Storch schon vor kurzem an seinem „Stammplatz“ gesichtet werden. Dieser ist seit 2018, als agressive Nilgänse das Storchenpaar vom NABU-Mast vertrieben hatten, ein Funkmast in der Nähe des Horrheimer Fußballfeldes.

Angesichts solch vielfältiger Aktivitäten gab es auch einen umfangreichen und für den Verein sehr erfreulichen Kassenbericht von Reinhold Grözinger. Bei Gesamtausgaben von etwa 6400 Euro und Gesamteinnahmen von etwa 6900 Euro blieb sogar ein Überschuss in seiner Kasse. So kann die Ortsgruppe auf ein gesundes Finanzpolster im kleinen fünfstelligen Bereich bauen.

Nachdem die Kassenprüfer Manfred Pott und Eberhard Schulze über eine sehr korrekt und übersichtlich geführte Kasse berichtet hatten, stand der ein-stimmigen Entlastung des Vorstandes nichts mehr im Weg.

Als Höhepunkt zum Abschluss nahm Lothar Grau noch eine ganz besondere Ehrung vor. Denn Joachim Sommer aus Roßwag kann auf sage und schreibe 60 Jahre Mitgliedschaft beim Naturschutzbund zurückblicken, dem der 1960 als Schüler beigetreten war, als der Verbandsname noch Deutscher Bund für Vogelschutz gewesen war. In seinen Dankesworten bedauerte Joachim Sommer das Verschwinden von vielen vor allem kleineren Vogelarten, dem man nicht tatenlos zusehen dürfe. Deshalb wolle er sich auch weiterhin aktiv einbringen, um die bedrohte Natur zu schützen.

Seit Jahren gehört es zum guten Brauch, dass im Anschluss ein Film über ein aktuelles Naturschutzthema gezeigt wird. Diesmal ging es um die Wieder-ansiedlung des Wiedehopf in Mühlhausen und Roßwag. Der Wärme liebende Vogel, der im Jahre 1976 sogar „Vogel des Jahres war“, mag wärme-exponierte, trockene, nicht zu dicht baumbestandene Gebiete mit nur kurzer oder überhaupt spärlicher Vegetation. In Mitteleuropa sucht die Art gern extensiv genutzte Obst- und Weinkulturen auf, welche er im Enztal gut finden kann.