Abgerundetes Rechteck: Oktober 2011 

 

 

 


Unser Stand auf dem Vaihinger Apfeltag


Am Erntedankfest wurde der 2. Vaihinger Apfeltag in und um die Kelter in der Vaihinger Kernstadt gefeiert. Hauptorganisator war der OGV Vaihingen zusammen mit dem Agendabüro. Hauptanliegen dieses Tages war, die Sortenvielfalt der Äpfel und die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Tier- und Pflanzenwelt den Besuchern nahezubringen.


Wer kenn heute noch alle heimischen Apfelsorten?

Beratung
Unser Stand bot Informationen über die Bewohner der Streuobstwiesen an, insbesondere Nistkästen und Futterhäuschen für Vögel.


Andererseits gab es am NABU-Stand kostenlose Apfelsaftproben verschiedener Herkunft und Geschmacksrichtungen.

Plastik im Baum
Kinder interessierten sich vor allem für die Insektenpräperate, die mit der Stereolupe betrachtet werden konnte.

Pause
Zum Schluss gab es noch ein Ständchen am (NABU-)Ständchen von einem orginellen 1-Mann-Orchester.


2.10.2011



Neues Streuobstprojekt in Vaihingen - "Ensinger" zahlt faire Preise

 

Streuobst-Logo

20 Euro für 100 kg Streuobst: Landwirtschaft, Naturschutz, Imker und Obst- und Gartenbauvereine gemeinsam im Boot


Ein auch bundesweit betrachtet vorbildliches Projekt wird im schwäbischen Vaihingen/Enz im Oktober 2010 starten. 20 Euro pro Doppelzentner ist der garantierte Preis, der an rund ein Dutzend ausgewählte Anlieferer und 2011 dann in einen größeren Kreis von Anlieferern für ihr Streuobst ausgezahlt wird. Das Obst muss zu 100 Prozent von Hochstamm-Apfelbäumen stammen. Die Nutzung der Streuobstwiese erfolgt ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel (Pestizide oder Düngemittel). Hochstamm-Obstbäume aller Obstarten müssen im Falle der Rodung nachgepflanzt werden. Für 2010 erwarten die Initiatoren 12 - 15 Tonnen Streuobst, also rund 10.000 Liter Saft und damit deutlich über 15.000 Liter Streuobst-Schorle.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von BUND, Imkern, Landwirtschaft, NABU, Obst- und Gartenbauvereine haben es ausgeheckt und bei der Firma Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH einen kompetenten und engagierten Partner gefunden, der mit einem neuen Streuobst-Apfelschorle auf den Markt gehen wird: "Wir haben von allen Anlieferern Flurstückskarten erhalten und die Flurstücke einzeln kontrolliert. Das gehört zum Projekt dazu, das nach Richtlinien des Landwirtschaftsministeriums förderfähig ist", so Susanne Häuser-Essig vom BUND, Gerhard Haffner von den Imkern und Manfred Pott vom NABU. "Wir wissen daher bei jedem Anlieferer, wie viele Apfel-Hochstämme in welchem Zustand er besitzt." Von drei der Anlieferern wurden schon im Juli unangekündigt Blatt- und Fruchtproben entnommen, die vom Institut Piorr in Neulußheim auf Pestizide untersucht wurde. "Wie zu erhoffen und zu erwarten, gab es keine Pestizidnachweise. Das ist wichtig sowohl aus Naturschutzsicht wie aus Verbrauchersicht", betonen Häuser-Essig, Haffner und Pott.

Ausgezeichnet wird das Streuobst-Apfelschorle mit dem NABU-Qualitätszeichen für Streuobstprodukte. Die Verbindungen zum NABU-Bundesverband stellte Markus Rösler her. Er ist seit 1992 Sprecher des NABU-Bundesfachausschuss (BFA) Streuobst und hatte die Idee für diese Kooperation, ist also quasi "Spiritus rector" des Projektes. "Ich freue mich jetzt schon auf die förmliche Übergabe des Lizenzvertrages an Thomas Fritz von Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH im Oktober: er war für uns von Anfang an ein entscheidender Partner bei der Umsetzung", so Rösler.

Nach Berechnungen des NABU-BFA Streuobst führen 20 Euro/dz zu einer Rentabilität für Landwirte und andere Streuobstwiesenbewirtschafter, die attraktiv genug ist, wieder neue Hochstamm-Obstbäume zu pflanzen und die alten Bäume zu pflegen. Daher unterstützte auch der Kreisbauernvorsitzende Eberhard Zucker das Projekt von Beginn an.

Für 2011 ist die deutliche Ausweitung des Projektes geplant. "Wenn alles gut läuft, sammeln wir 2011 bereits rund 40 Tonnen Streuobst und ermöglichen damit die Produktion von 50.000 Liter Streuobst-Schorle", so Dietmar Staiber vom Obst- und Gartenbauverein Vaihingen. "Daher benötigen wir für 2011 zahlreiche weitere Anlieferer von Streuobst. Wir freuen wir uns über die Unterstützung von allen Vereinen und Einrichtungen im Raum Vaihingen, die wie beispielsweise die Landfrauen in Ensingen bereit sind, das Streuobst-Schorle bei Veranstaltungen zu verkaufen. Die 0,5-Liter Glasflasche wird ca. 10 Cent teurer sein als bisher - das ist der Beitrag der Verbraucher für Heimatschutz, Naturschutz und faire Preise."

Die Initiaroren sich einig darin, dass die Verbraucher nach der erbitterten Debatte um den Milchpreis von mindestens 40 Cent je Liter Milch beim Verbraucher angekommen ist: "Faire Preise sind für alle landwirtschaftlichen Produkte erforderlich, damit die Betriebe überhaupt überleben können. Das ist der entscheidende Beitrag, um unsere vielfältige Kulturlandschaft zu erhalten und die vielen Menschen zu unterstützen, die gewerblich oder auch in ihrer Freizeit aktive Landschaftspflege betreiben. Die Streuobst-Aufpreisvermarktung unterstützt die Erhaltung von Kultur- und Naturerbe, indem sie ökonomische Erfordernisse und ökologische Erkenntnisse zusammenführt."

14.09.2010


Mehr Informationen unter -->
   Streuobst-Projekt


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